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Impuls zum 1. Sonntag nach Ostern: Es ist der Herr!

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Impuls zum 1. Sonntag nach Ostern: Es ist der Herr!

Kennen Sie das? Plötzlich werden Sie beim Einkaufen von jemanden angesprochen. Keine Ahnung, wer das ist, obwohl … irgendwie kommt mir der doch bekannt vor?! Und dann macht es „klick“: Natürlich! „Mensch, das bist ja DU. Ganz schön verändert hast du dich! Lass uns doch einen Kaffee trinken und erzählen!“ Und je länger Sie zusammen sitzen, um so mehr werden Sie sich wieder vertraut. Diese Art beim Sprechen zu gestikulieren, und ja, diese eigenartige Angewohnheit sich ständig in die Haare zu greifen. Alles ist wieder da, die Jahre schrumpfen zusammen. Und Ihnen ist immer unbegreiflicher, warum Sie Ihren alten Freund nicht gleich erkannt haben. Ja, er hat sich verändert, sicher, die Jahre sind an keinem spurlos vorüber gegangen, aber seine Persönlichkeit, die ist doch noch genauso wie früher!

Eine meiner Lieblingsostergeschichten ist auch eine vom vom Nicht-Erkennen und Wiedererkennen. Ich mag sie so, weil sie mich mit nimmt mit meinen Erfahrungen und in meinen Alltag.
 
Nach dem Tod von Jesus kehren seine Jünger an den See Genezareth zurück und nehmen ihre alte Arbeit als Fischer wieder auf. Mit vielen Erinnerungen an die Zeit mit Jesus, mit schwerem Herzen und großer Trauer versuchen sie, ihren Alltag zu bestehen.  Das Leben muss ja irgendwie weitergehen.
Und dann steht der auferstandene Jesus bei ihnen am Ufer. Und sie erkennen ihn nicht. Und all die Wunder, die sie nun sehen, helfen ihnen nicht weiter. Er bleibt ein Fremder. Nicht seine wundersame Gegenwart am Strand, nicht der große Fischfang, und auch nicht die Netze, die der Fülle der Fische standhalten und nicht zerreißen – sie erkennen Jesus nicht.

Es ist eine so normale Geschichte. Aber am Ende der dunklen Nacht, am Ende des dunklen Tunnels der Verzweiflung erkennen sie Jesus dann doch. Aber es sind ganz andere Dinge, die ihnen die Augen und die Herzen öffnen: Seine Stimme, die sie auffordert, noch einmal hinauszufahren – das hatte Petrus doch schon einmal gehört! Der unglaublich ertragreiche Fischfang – das hatten sie doch schon mal erlebt! Und dann das Frühstück am Strand: die Art, wie dieser Fremde am Ufer Brot und Fische teilt! Das ist so anders und doch so vertraut: es ist Jesus! Er ist nicht mehr tot, Gott hat ihn auferweckt.
Und alles ist wieder da, die gemeinsame Geschichte, aber auch das Neue und vor allen Dingen: große Freude.

Später zeigte sich Jesus seinen Jüngern noch einmal am See Genezareth. Das geschah so:
Simon Petrus, Thomas, der Zwilling genannt wurde, Nathanael aus Kana in Galiläa, die beiden Söhne von Zebedäus und zwei andere Jünger waren dort zusammen.
Simon Petrus sagte: »Ich gehe jetzt fischen!« »Wir kommen mit«, meinten die anderen. Sie gingen zum Ufer, stiegen ins Boot und fuhren los. Aber während der ganzen Nacht fingen sie keinen einzigen Fisch.
Im Morgengrauen stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger erkannten ihn nicht.
Jesus rief ihnen zu: »Freunde, habt ihr nicht ein paar Fische zu essen?« »Nein«, antworteten sie.
Da forderte er sie auf: »Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, dann werdet ihr einen guten Fang machen!« Sie folgten seinem Rat und fingen so viele Fische, dass sie das Netz nicht mehr einholen konnten.
Jetzt sagte der Jünger, den Jesus sehr lieb hatte, zu Petrus: »Das ist der Herr!« Kaum hatte Simon Petrus das gehört, zog er sein Obergewand an, das er während der Arbeit abgelegt hatte, sprang ins Wasser und schwamm an das nahe Ufer.
Die anderen Jünger waren noch etwa hundert Meter vom Ufer entfernt. Sie folgten Petrus mit dem Boot und zogen das gefüllte Netz hinter sich her.
Als sie aus dem Boot stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer, auf dem Fische brieten. Auch Brot lag bereit.
Jesus bat die Jünger: »Bringt ein paar von den Fischen her, die ihr gerade gefangen habt!«
Simon Petrus ging zum Boot und zog das Netz an Land. Es war gefüllt mit 153 großen Fischen. Und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.
»Kommt her und esst!«, sagte Jesus. Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: »Wer bist du?« Aber sie alle wussten: Es ist der Herr.
Jesus ging auf sie zu, nahm das Brot und verteilte es an sie, ebenso die Fische.
Dies war das dritte Mal, dass Jesus sich seinen Jüngern zeigte, nachdem er von den Toten auferstanden war.
(Johannes-Evangelium, Kapitel 21, Übersetzung: Hoffnung für alle)

Ostern ist etwas fundamental Neues in die Welt gekommen.  Doch wir sind immer wieder Wanderer zwischen Nacht und Morgen, zwischen der Zeit, in der der Tod noch die Macht hatte, und der Zeit in der Zukunft, in der der Tod nicht mehr sein wird und Gott alle Tränen abwischen wird.
Wir wandern zwischen den Zeiten, doch wandern wir jetzt mit dem Auferstandenen an unserer Seite, der den Tod überwunden hat. Mögen wir ihn erkennen!


Gebet:
Christus, du bist auferstanden!
Neues Leben ist erwacht, auch in mir!
Ich kann dich nicht sehen, aber ich spüre deine Liebe.
Ich kann deine Existenz nicht beweisen und bin doch voller Vertrauen.
Du schenkst lebendige Hoffnung.
Mache mich neu, weit und lebendig.

Pastorin Sabine Bokies

 

 

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